15.09.2008 10:51:41

Alle müssen jetzt handeln bevor es zu spät wird


Der Rheinländer.



Ould.Mauretanien@gmx.net


In dem europäischen Parlamentsgebäude fand die Sitzung der parlamentarischen Abgeordneten aus Europa, Afrika und dem pazifischen Raum statt. Herr Diop Abdoulaye Demba, der Vorsitzender der putschisten Delegation verteidigte den Putsch in seiner Rede und sagte:

Der Putsch war eine Reaktion seitens der Generäle auf ihre Entlassung ... der Präsident sollte gezwungen werden seine Entscheidung zu revidieren.

Diese naive Rechtfertigung führte zum lauten Lachen der Delegierten aus den verschiedenen Nationen. Wir Mauretanier wussten das schon vorher. Als sein militärischer Präsidenten Ould Abd-el-Aziz in dem TV-Sender Aljazeera den Grund für seinen Putsch erklären wollte, fiel ihm auch kein besseres Argument ein als: „es war eine Reaktion auf die Entlassung“.

Denken die Putschisten tatsächlich, dass die Bevölkerung und die Welt sie bei der Behaltung ihrer Posten unterstützen würde. Der frei gewählte mauretanische Präsident Herr Sidi O. Abdallahi ist laut dem mauretanischem Gesetz gleichzeitig der Oberbefehlshaber des Militärs. Und er darf die Posten vergeben, wie es das Allgemeinwohl des Staates dient.

Es war die höchste Zeit, dass er von diesem Recht Gebrauch machte. Der General Abdelaziz kam sich und vielen vor wie der Schatten-Präsident und wurde von manschen als ‚Macher der Präsidenten’. Er versuchte seine drohende Entlassung zuerst mit Hilfe einiger seiner Verwandte: Mohsinn ould Elhaj (einer der Stellvertreter des Vorsitzenden des Senates Ba Ibra) und Ould Abdelgahhar (einer der Stellvertrenter des Vorsitzende des Parlaments Ba Ibra) dem Präsidenten die Führung des Landes schwer zu machen.

Nach dem Putsch halten die vier wichtigsten Politiker des Landes noch fest an die Demokratie:
1. Der Präsident des Landes: Sidi o. Abdallahi wird fest gehalten in Einzelhaft in Nouackchott.
2. Präsident von dem Senat: Ba Ibra
3. Präsiden von dem Parlament Massoud o. Boulkhair.
4. Ministerpräsident: Ahmed o. Elwagif steht unter Hausarrest.

Dazu kommt die Front für die Demokratie, die aus vier Parteien besteht und im Land gegen den Putschisten demonstriert und für den Wiederkehr des rechtmäßigen Präsidenten kämpft. Dazu kommen noch mehrere Arbeiterverbände und viele mutige Vertreter der zivilen Gesellschaft.

Im Ausland wurde der Putsch von allen Ländern verurteilt. Europa hat hier eine klare Stellung bezogen. Die französische europäische Präsidentschaft erklärte: alle Maßnahmen und Ernennungen sind rechtswidrig. Europa könnte das Reiseverbot an alle Mitglieder der militärischen Rates sowie an ihre ernannte Regierungsmitglieder verhängen. Überdenkung des Fischerei-Vertrages mit Mauretanien wird folgen, falls die Militärs nicht den rechtmäßigen Präsidenten freilassen. Arabische Union, USA und Afrikanische Union haben ähnliche Reaktionen gezeigt.

Mauretanien hatte musterhafte Wahlen unter der Beobachtung von vielen internationalen Persönlichkeiten gehalten. Diese Demokratie wird jetzt zum Grab getragen, sollten die Militärs mit ihrem Vorhaben ungehindert weiter machen.

Wir appellieren an alle Freunde Mauretaniens tut jetzt etwas für das Land:

1. Keine Beziehungen mit dem neuen militärischen Regime
2. Wirtschaftliche Sanktionen: ohne Geld werden die Putschisten sich zerfleischen. Das mauretanische Volk hatte unter den verschiedenen militärischen Regimes für Jahrzehnten gelitten. Wenn diese Sanktionen zum Ziel führen und das Land dann für alle Male sich von Putschversuchen verabschiedet hat, dann war es wert.
3. Keine neue Wahlen akzeptieren. Denn mit solchen neuen Wahlen für die sich dann der General bzw. einer seiner Vertrauten kandidiert und mit Verfälschung gewinnt, wird das Land nur weiter von der Demokratie entfernt. Das sollte man nicht zu lassen.
4. Festhalten an den freigewählten Präsidenten. Es soll als Lehre dienen nicht nur in Mauretanien, sondern auch für alle afrikanische Länder.


Politiker in Deutschland und in der Welt müssen sich gegen diesen Putsch weiter stellen und dessen Gegner mit Rat und Tat unter den Arm greifen. Deutsche wissen besser als jede andere Nation, dass Diktaturen - auch wenn sie am Anfang von korrupten Politikern Unterstützung bekommen – überall eine Gefahr für die Freiheit und Menschenrechte sind. Es gilt solche Diktaturen mit allen friedlichen Mitteln zu bekämpfen.
Falls Ihr weitere Ideen habt, dann lasst uns davon erfahren. Wir würden uns auf eure emails freuen.

Lebe die Demokratie in Mauretanien.